Erzähler Hansjörg Ostermayer

Mitglied im Landesverband freier Theater



    Meine Spezialität: Geschichten für alle Fälle

„Hansjörg, erzähl’ doch mal
die Geschichte von den Drahteseln...
Dort drüben vorm Fahrradständer!“
„Gute Idee, Maggi!
Die Kulisse ist die halbe Geschichte.
Ihr Veranstalter wisst das.“
Also, liebe Zuhörer: Jeden Tag zog Nasreddin Hodscha mit seinem Drahtesel über die Landesgrenze. „Hast du was zu verzollen?“ fragten die Grenzwächter.
 
„Eigentlich ja!“ sagte Nasreddin.
„Was heißt hier e i g e n t l i c h ?“
„Eigentlich heißt, dass ich’s   t a t s ä c h l i c h   n i c h t   verzolle.“
„Warum nicht?“
„Weil ich ein Schmuggler bin.“
Die Grenzwächter rissen das Stroh aus seinen Satteltaschen, siebten es durch, verbrannten es von Zeit zu Zeit. Finden konnten sie niemals was. Doch Nasreddin wurde reich. Eines Tages setzte er sich in einem Drittland zur Ruhe, wo ihn Jahre später der oberste Grenzwächter traf.
 
„Ich bitte dich, Nasreddin, im Namen aller Zolleinnehmer! Jetzt, da du im
Ausland lebst und alles verjährt ist – sag’ mir doch endlich:
Was hast du damals geschmuggelt?“

„Drahtesel.“     





Doch nicht nur der oberste Grenzwächter...
... auch der Tübinger Oberbürgermeister
kriegt schon mal sein Fett ab.

Das entsprechende Märchen endet so:

                 .
                 .
                 .
                 .
                 .

„Ich habe meinen Schwanz verloren...“ sang der Affe.
„Ich habe ein altes Klappmesser dafür gewonnen!
Ich habe das alte Klappmesser verloren,
Ich habe einen kaputten Korb dafür gewonnen!
Ich habe den kaputten Korb verloren,
Ich habe ein frisch gebackenes Brot dafür gewonnen!
Tinglin, tinglin, ich gehe nach Angola!“

Tja, ihr lacht, liebe Leute... aber wenn wir ehrlich sind,
steckt doch in jedem von uns solch ein Affe!

Dort drüben zum Beispiel sitzt der Oberbürgermeister.
Der könnte singen:
„Ich habe eine rotgrüne Bundesoption verloren,
aber die schwarzgrüne Landesoption dafür gewonnen!
Ich habe die schwarzgrüne Landesoption verloren,
aber ein tiefgrünes Oberbürgermeisteramt gewonnen!
Tinglin, tinglin, ich geh’ zu Reinhold Beckmann!“

Allgemeine Heiterkeit.

„Doch wenn er schon mal da ist, darf er uns gern
mit einem Grußwort beehren!“

OB Boris Palmer: „Das muss ich mir gut überlegen,
nachdem ich soeben meinen Schwanz verloren habe.“

So geschehen bei der Tübinger Kulturnacht, Mai ’07.
Das Grußwort hat er dann doch gesprochen, der OB.
Und bei der Interkulturellen Woche im Herbst ist er
dem Märchenerzähler erneut begegnet, wie man sieht.






Übrigens:
Jeder erste Montag heißt im Tübinger Vorstadttheater „OstermayerMontag“
. Gehen Sie an einem beliebigen ersten Montag des Monats in die Katharinenstr. 28 am Nordrand des Tübinger Loretto-Viertels.
Auf der Bühne steht Erzähler Hansjörg Ostermayer und bietet eines seiner abendfüllenden Programme dar. Oft gemeinsam mit Künstlerkollegen. Selbstverständlich kommt er auch gerne in I h r e Stadt. Solo oder mit Künstlerkollegen.

CD-Hörproben und Bestellungen: www.kuntu.de

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